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Wissensdurst als Antriebskraft

INTERVIEW MIT BILJANA BRANISAVLJEVIC-SOVIC, SCHICHTLEITERIN DER KUNSTSTOFFFERTIGUNG
STAND 2014

Lernen ist für sie zur echten Leidenschaft geworden. Biljana Branisavljevic-Sovic hat 2004 bei Gira in der Montage angefangen und sich schon bald auf eine Stelle als Teamkoordinatorin beworben. Schon während sie die zweijährige interne Ausbildung für diese neue Funktion absolviert, denkt sie über die nächste nach. So beginnt sie direkt im Anschluss eine Meisterausbildung. Trotz Schichtdienst im Job und drei Terminen an der Meisterschule in der Woche hält die alleinerziehende Mutter durch und schließt die Ausbildung erfolgreich ab. Jetzt arbeitet sie als Schichtleiterin in der Kunststofffertigung und plant ihr berufsbegleitendes Hochschulstudium.

Themen Dieses Artikels


Weiterbildung und Aufstieg


Interne Ausbildung bei Gira


Berufsbegleitendes Hochschulstudium

Sie arbeiten in der Kunststofffertigung im Schichtdienst, im sogenannten Konti- Schichtmodell. Zu welcher Zeit haben Sie heute gearbeitet, und wie sieht es in den nächsten Tagen aus?

BB: Ich habe heute Morgen um 5.30 Uhr angefangen. Morgen und übermorgen habe ich Spätschicht, dann Freitag, Samstag und Sonntag Nachtschicht. Danach habe ich zwei Tage frei.

Geht es immer so gleichbleibend in diesem Rhythmus weiter?

BB: Nein, das ändert sich. Sieben Tage habe ich jetzt am Stück: zweimal Frühschicht, zweimal Spätschicht, dreimal Nachtschicht. Dann habe ich zwei Tage frei. Und dann geht das weiter mit zwei Tagen Frühschicht, zwei Tagen Spätschicht, einmal Nachtschicht, dann vier Tage frei. Im Endeffekt ist es so, dass ich ein bis zwei Wochenenden im Monat arbeite. Nach jedem Nachtschichtblock sind zwei bis vier Tage frei. Es hängt davon ab, ob das Wochenende dazwischenfällt.

Wie nutzen Sie Ihre Freizeit, wenn Sie sich vom Schichtdienst erholen? Der Rhythmus ist ja doch ein anderer, wenn man mal ein Wochenende durcharbeitet oder mal früh anfängt und mal spät.

BB: Den ersten Tag der Nachtschicht, den registriert man eigentlich gar nicht. Dadurch, dass ich alleinerziehend bin, ist es so, dass ich da gar nicht schlafen gehe, sondern tagsüber die Hausarbeiten erledige, die an den vorherigen Tagen liegen geblieben sind. Den zweiten Tag verbringe ich mit meiner Tochter. Da gibt es Schulaufgaben, die gemacht werden müssen, da schaue ich, wie ich ihr helfen kann, den Unterrichtsstoff zu bewältigen. Überwiegend verbringe ich die Zeit mit Kind, Hund und Haushalt. Das ist dann meine Erholung.


Als Alleinerziehende neben der Arbeit noch dreieinhalb Jahre Abendschule – das hat viel Durchhaltevermögen erfordert. Biljana Branisavljevic-Sovic hat es geschafft. Denn sie weiß: „Je mehr ich mich weiterbilde, je mehr ich Neues lerne, umso bessere Chancen habe ich, im Leben etwas zu erreichen.“.


Sie haben eine Ausbildung als Zerspanungsmechanikerin Fachrichtung Schleiftechnik gemacht. Wie kamen Sie darauf? Haben Sie immer schon ein handwerkliches und technisches Interesse gehabt?

BB: Ja, das hat mir immer schon Spaß gemacht. Meine Eltern hatten früher einen Traktor. Ich habe lieber einen Ölwechsel an dem Fahrzeug durchgeführt als mit Barbies gespielt. Das hat mir viel mehr gelegen. Ich war auch nie so eine, die sich besonders fürs Schminken und für Klamotten interessiert hat. Auch in der Ausbildung war das so. Ich habe frühmorgens zur Arbeit meine ölverschmierten Anziehsachen angezogen – und das war immer okay.

Sie haben in der Montage angefangen und dort eine Ausbildung zur Teamkoordinatorin gemacht. Wie ging es dann weiter?

BB: Als ich 2004 in der Montage angefangen habe, da habe ich mich schon bald auf eine Stelle als Teamkoordinatorin beworben und dort eine zweijährige interne Ausbildung gemacht. Dann folgte eine Ausbildung zur Industriemeisterin, die habe ich auch erfolgreich abgeschlossen. Nach der Meisterausbildung habe ich mich auf die Stelle in der Kunststofffertigung beworben, weil dort ein Schichtleiter gesucht wurde. Und die Stelle habe ich dann auch bekommen.

Wie läuft das eigentlich praktisch, wenn man im Schichtdienst arbeitet? Wie kann man da noch eine Ausbildung absolvieren?

BB: Als ich die Meisterausbildung gemacht habe, habe ich von Gira konkrete Unterstützung bekommen. Ich war zu der Zeit noch in der Montage, da wurde in Frühund Spätschicht gearbeitet, und das im wöchentlichen Wechsel. Für die dreieinhalb Jahre, in denen ich die Schule besuchte, durfte ich ausschließlich in der Frühschicht arbeiten. So konnte ich zweimal die Woche und samstags zur Meisterschule gehen.

Diese dreieinhalb Jahre müssen sehr anstrengend gewesen sein.

BB: Ja, das war nicht ohne, als Alleinerziehende neben der Arbeit noch dreieinhalb Jahre lang Abendschule durchzuhalten. Außerdem sind bei Gira auch die Aufgaben immer gewachsen. Denn ich wurde ja Teamkoordinatorin, war zuerst Fachvorgesetzte, später dann disziplinarische Vorgesetzte. Nach knapp drei Jahren habe ich gedacht: Jetzt wird es aber Zeit, dass die Schule fertig ist und ich die Prüfung bestehe. Denn dann kann man irgendwann nicht mehr. Aber ich bin auch weiterhin bereit zu lernen. Ich will bald wieder damit anfangen.



Die 14-jährige Tochter bildet den Lebensmittelpunkt von Biljana Branisavljevic-Sovic. Aus der Zeit mit ihr und dem gemeinsamen Hund schöpft sie Kraft.


Man sieht es an Ihrem Lebenslauf, dass Sie immer mehr wollten als einfach nur einen sicheren Arbeitsplatz bei Gira. Warum fordern Sie sich immer selbst?

BB: Ich brauche Veränderungen, ich liebe es, zu lernen und neue Ziele zu erreichen. So alt bin ich ja noch nicht, ich habe noch ein paar Jahre bis zu meinem Ruhestand. Ich merke es ja jetzt schon: Je mehr ich mich weiterbilde und Neues lerne, umso bessere Chancen habe ich, im Leben etwas zu erreichen.

Sie sind von Gira unterstützt worden in der Zeit der Weiterbildung. Wie ist das abgelaufen?

BB: In der Teamkoordinator-Ausbildung habe ich dem Leiter der Schulungen erzählt, dass ich später mal die Meisterschule machen möchte. Ich habe mich gefragt, wie das wohl im Unternehmen ankommen würde, wenn ich sage, dass ich immer noch weiterlernen möchte. Irgendwann hat der Schulungsleiter Druck gemacht und gemeint: Sie gehen jetzt zur Personalabteilung und fragen nicht einfach nur danach, sondern Sie sagen, dass Sie das jetzt machen wollen. Das habe ich dann auch getan, und es ist gut angekommen. Ich habe einen Antrag gestellt. Dann hat mich Gira zu 80 Prozent finanziell unterstützt bei der Ausbildung. Ich habe mit meinen Kolleginnen im Segment geklärt, wie wir das mit den Schichten machen. Denn ich konnte dann ja keine Spätschicht mehr übernehmen. Der Vorgesetzte war einverstanden. Und so wurde das dann möglich.

Sie sind in Ihrer Freizeit mit der Tochter und dem Hund unterwegs. Hat Ihre Tochter eigentlich auch schon eine Vorstellung davon, was sie mal werden möchte?

BB: Ja, sie möchte später Maschinenbau studieren. Und sie will Geschäftsführerin bei Gira werden.

Wie kommt sie darauf? Erzählen Sie ihr viel von der Arbeit?

BB: Klar mache ich das. Wir reden über alles, da e rzähle ich natürlich auch von der Arbeit und dass die mir gut gefällt. Wenn ich mal dringend Zeit für das Privatleben brauche, dann ist das auch machbar. Zum Beispiel wenn ein wichtiger Termin der Kleinen ansteht oder jemand aus der Schule ruft an und ich muss meine Tochter abholen. Es hat noch nie jemand gesagt: Nein, das geht jetzt nicht. Ich bekomme die Unterstützung, wenn ich sie brauche. Und das kriegt meine Tochter ja auch mit. Ihr Wunsch ist es, irgendwann mal bei Gira zu arbeiten. Sie kann es kaum erwarten, hier mal Ferienarbeit zu machen.

Sie haben vor, sich auch in Zukunft noch weiter fortzubilden. Wo sehen Sie sich denn in einigen Jahren?

BB: Ich habe mir vorgenommen, dieses Jahr im September berufsbegleitend ein Hochschulstudium zu beginnen. Ich möchte gerne Wirtschaftspsychologie studieren. Wo ich mich in einigen Jahren sehe, das kann ich noch nicht beantworten. Da lasse ich mich überraschen. Ich denke, bei Gira sind alle Türen offen.

BILJANA BRANISAVLJEVIC-SOVIC


Geboren
1972

Bei Gira seit
2004

Ausbildung
Zerspanungsmechanikerin Fachrichtung Schleiftechnik

Werdegang bei Gira
Bei Gira beginnt sie 2004 in der Montage und wird dort nach interner Weiterbildung Teamkoordinatorin. Bald darauf beginnt sie, berufsbegleitend die Meisterschule zu besuchen, und schließt die Ausbildung zur Industriemeisterin Metall Ende 2010 erfolgreich ab. Im März 2012 wird sie Schichtleiterin der Kunststofffertigung bei Gira

[Stand 2014]


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