Wegbereiter mit Teamgeist

INTERVIEW MIT JAN BÖTTCHER, UNTERNEHMENSKOMMUNIKATION UND NACHHALTIGKEITSMANAGEMENT
STAND 2014

Jan Böttcher ist Wirtschaftswissenschaftler und hat sich schon im Studium mit nachhaltiger Unternehmensführung befasst. Seine Diplomarbeit hat er als Praxisarbeit bei Gira erstellt und damit das Thema Nachhaltigkeit in das Unternehmen eingebracht. Dafür hat er bei Gira viel Unterstützung erhalten. Konsequent hat der Ökonom diesen Weg fortgesetzt und ist nun bei Gira als Nachhaltigkeitsmanager tätig. Mit Sachkenntnis und Begeisterung treibt er die Thematik voran. Seine Ausbildung als Chorleiter hilft ihm dabei, die verschiedenen Meinungen und Aspekte, die zu nachhaltigem Handeln gehören, aufmerksam wahrzunehmen und stimmig zusammenzuführen.

Themen Dieses Artikels


Abschlussarbeit bei Gira


Einstieg nach der Uni


Gira und Nachhaltigkeit

Sie haben Wirtschaftswissenschaften studiert und Ihre Diplomarbeit behandelte das Thema Nachhaltigkeit. Worum genau ging es in dieser Arbeit?

JB: Meine Diplomarbeit habe ich schon bei Gira geschrieben, denn das war eine Praxisarbeit. Darin habe ich mich mit nachhaltiger Unternehmensführung und der Integration interner Stakeholder befasst. Die Frage war, inwieweit Nachhaltigkeit ein Thema für die Mitarbeiter, für die Führungskräfte, die Geschäftsführer und die Gesellschafter ist. Die Arbeit formuliert auch eine Gestaltungsempfehlung zur Integration, also dazu, wie man das ganze Thema umsetzen und in die Unternehmenskultur einbringen sollte. Dazu habe ich eine interne Unternehmensbefragung durchgeführt. Die Rückmeldungen waren sehr positiv. So zeigte sich, dass das Thema sehr gut zu Gira passt.

Im Anschluss an Ihre Diplomarbeit haben Sie bei Gira als Nachhaltigkeitsmanager angefangen. Sie haben Ihr Aufgabengebiet quasi selbst entwickeln und gestalten können. Was bedeutet das für Sie?

JB: Das ist eine tolle Aufgabe, die mir sehr viel bedeutet. Wenn man aus dem Studium kommt und etwas erarbeitet hat mit seiner Diplomarbeit, dann ist das schön, wenn das auch genutzt wird. So wünscht man sich das. Es ist aber nicht so, dass ich hier hingekommen bin, der Nachhaltigkeitsmanager geworden bin und dann gleich einfach so loslegen konnte. Ich habe natürlich erst mal den Kollegen zugehört und geschaut, wie es hier im Unternehmen läuft. Erst dann habe ich versucht, mich in optimaler Weise einzubringen und das Thema gut zu platzieren und zu entwickeln.

Ich weiß es sehr zu schätzen, dafür viel Freiraum zu bekommen und die Aufgaben gestalten zu können. Wichtig ist es dann auch, Feedback von der Geschäftsführung zu bekommen, dass es der richtige Weg ist, den wir gehen. Das motiviert mich natürlich sehr. Ich bearbeite das Thema Nachhaltigkeit nicht allein, sondern in einem Team. Entscheidend dabei ist, dass ich mit den Kollegen im Gespräch bin und mit ihnen gemeinsam diese Ergebnisse erziele. Die guten Gedanken kommen ja aus der Diskussion und aus der Zusammenarbeit. Wir haben zum nachhaltigen Handeln bei Gira jetzt schon viel entwickelt.

Bei dem Begriff Nachhaltigkeit denkt man vor allem an umweltbewusstes Handeln. Was bedeutet Umwelt- und Naturschutz für Sie?

JB: Umweltbewusstes Handeln – das beschreibt einen Teilaspekt der Nachhaltigkeit. Wir leben in einer konsumorientierten Gesellschaft und nutzen dafür unsere Umwelt. Das lässt sich nicht umgehen. Wichtig ist, dass wir das maßvoll und verantwortungsvoll tun, indem wir darauf achten, dass die Umwelt eine Chance zur Regeneration erhält. Das ist das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Der Punkt Verantwortung ist dabei zentral. Der betrifft sämtliche Bereiche der Nachhaltigkeit.



Jan Böttcher spielt Cello und ist ausgebildeter Chorleiter. Nicht nur beim Musizieren, auch bei der Arbeit schätzt er das gute Zusammenspiel. „Wichtig ist, dass ich mit den Kollegen im Gespräch bin und wir gemeinsam Ergebnisse erzielen. Gute Gedanken kommen aus Diskussionen und aus der Zusammenarbeit“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler.


Sie lassen es schon anklingen: Den Begriff Nachhaltigkeit kann man auch viel weiter fassen. Nicht nur im Sinne von Umweltschutz und Ressourcenschonung. Wie wird der Begriff bei Gira verstanden?

JB: Die Frage trifft einen wichtigen Punkt. Der Begriff Nachhaltigkeit ist ganzheitlich zu verstehen, er umfasst eine ganze Reihe von Aspekten, die zusammengehören. Dementsprechend verstehen wir Nachhaltigkeit auch hier bei Gira nach dem Drei- Säulen-Prinzip. Die erste Säule bildet den Umweltschutz, also den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen. Eine zweite Säule ist der ökonomische Bereich, der verantwortungsvolles Wirtschaften erfordert. Als dritte Säule kommt die soziale Komponente hinzu. Für die kommt es darauf an, wie man mit den Menschen umgeht, mit den Mitarbeitern, den Kollegen und den Kunden. Dazu gehört aber auch, wie man sich in der Region verhält. Das sind alles wichtige Aspekte, die zur Nachhaltigkeit gehören, und diese finden sich alle in der Unternehmenskultur von Gira wieder.

Wie ist das Thema Nachhaltigkeit seit Ihrer Einstellung bei Gira angegangen und entwickelt worden?

JB: worden. Dazu gehören Vertreter aus unterschiedlichen Abteilungen. Damit wird gewissermaßen ein Querschnitt aus den verschiedenen Bereichen gebildet. In diesem Gremium haben wir analysiert, wo wir bei Gira stehen und was wir noch tun müssen. Die Frage war: Wie lässt sich nachhaltiges Handeln in unsere Philosophie und in unsere Mission einbringen und im Unternehmen fest verankern? Wir haben Empfehlungen dafür erarbeitet. Des Weiteren haben wir auch Maßnahmen definiert, die wir auf dem Weg zur Nachhaltigkeit weiter umsetzen müssen. Wir haben also auch formuliert, wo es noch hakt. Das haben wir alles zusammengefasst und unsere Empfehlungen und Vorschläge der Geschäftsführung vorgestellt. Die wurden dann abgestimmt und zur Umsetzung freigegeben. Es ist nun unsere gemeinsame Aufgabe, diese Maßnahmen zu bearbeiten. Ich bin als Nachhaltigkeitsmanager für die Koordination und die Steuerung hauptverantwortlich. Zudem haben wir mit der internen Kommunikation angefangen. Es geht darum, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das Thema zu interessieren, zu erklären, was nachhaltiges Handeln bedeutet und was wir gemeinsam tun wollen. In diesem Prozess befinden wir uns gerade.

Das Konzept Nachhaltigkeit – wie hoch ist sein Stellenwert bei Gira?

JB: Es wird von der Geschäftsführung als sehr wichtig erachtet. Man merkt, dass Nachhaltigkeit sehr gut zum Grundverständnis des Unternehmens passt und als wichtige Handlungsempfehlung geschätzt wird. Als eine Zielvorgabe, die uns weiterbringt. Aber es ist immer auch ein facettenreiches Thema. Wenn man einige Kollegen spontan fragen würde, kämen sicherlich recht unterschiedliche Aussagen. Die einen würden sagen, es ist sehr wichtig, die anderen würden es möglicherweise für weniger bedeutsam halten. Ich sehe aber, dass der Wille dafür da ist. Es ist klar, dass es ein Thema ist, das langfristige Konsequenzen hat und einen langen Atem braucht. Natürlich ist es so, dass manche aktuellen Belange immer wieder Vorrang haben. Aber Nachhaltigkeit ist keinesfalls ein Thema, das unter den Tisch fällt. Es hat seinen Stellenwert und es soll weiter ausgebaut werden.

Sie sind ein musikalischer Mensch, Sie singen gerne, sind ausgebildeter Chorleiter und spielen Cello. Wie ist das bei Gira, macht sich Ihre musische Ader bemerkbar?

JB: Ich habe schon überlegt, ob ich mal nachfrage, wie viele Leute hier musikalisch sind, und dann vielleicht einen Chor oder ein Instrumentalensemble ins Leben rufe. Das ist aber nur so eine Idee. Ich glaube schon, dass sich meine Erfahrungen als Chorleiter bemerkbar machen. Sie helfen mir dabei, verschiedene Charaktere so wie die verschiedenen Stimmen in der Musik zu einem Gesamtklang zu führen. Man kann viele gute Einzelstimmen haben, aber die müssen noch lange nicht gut zusammen singen können. Da ist es wichtig, dass man genau hinhört und sagt: Da ist etwas, das müsste noch besser werden, etwas sollte noch stärker herauskommen oder etwas anderes mehr zurückgenommen werden. Ja, ich glaube schon, das gute Gespür als Chorleiter hilft mir dabei, verschiedene Aspekte harmonisch zusammenzubringen.

STECKBRIEF JAN BÖTTCHER


Geboren
1985

Bei Gira seit
2011

Studium
Wirtschaftswissenschaften in Hannover

Werdegang bei Gira
Er arbeitete schon während des Studiums im Rahmen eines Praktikums in der Marktkommunikation und Produktionslogistik bei Gira. Im Studium beschäftigte sich Böttcher besonders mit dem Thema Nachhaltigkeit und schrieb dann bei Gira seine Diplomarbeit in dem Bereich. Im Anschluss daran hat er bei Gira als Projektmanager angefangen und die Projektleitung für die Nachhaltigkeitsstrategie und für strategisches Marketing übernommen.

[Stand 2014]


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