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Bewegung mit Begeisterung

INTERVIEW MIT RICARDA SOYCK-LOCKNER, LEITERIN DES PERSONALMANAGEMENTS, LUTZ FASSBENDER, BETRIEBSRATSVORSITZENDER
STAND 2014

Ricarda Soyck-Lockner, Leiterin des Personalmanagements, und der Betriebsratsvorsitzende Lutz Faßbender haben bei Gira das Thema betriebliches Gesundheitsmanagement vorangetrieben und die Firmenmitgliedschaft in einem sehr vielfältigen Gesundheitszentrum entwickelt. Die Resonanz ist sehr groß, die Teilnahme liegt weit über den sonst üblichen Quoten: Mehr als 30 Prozent der Mitarbeiter bei Gira nehmen aktiv daran teil und nutzen die Angebote für ihre Gesundheit. Die beiden Verantwortlichen wollen sich auf dem Erfolg aber noch lange nicht ausruhen, sondern für noch mehr Bewegung sorgen.

Themen Dieses Artikels


Entwicklung neuer Aufgaben


Gesundheitsmanagement


Leben und Arbeiten bei Gira

Wie kam es zu dieser Initiative bei Gira?

LF: Das ist eine recht einfache Entstehungsgeschichte. Frau Soyck-Lockner und ich haben vor ein paar Jahren mit dem Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement angefangen. In dieser Zeit habe ich im Fernsehen einen Bericht über das Fitnesscenter Sports Up gesehen, das ein außergewöhnliches Paket für die Gesundheitsförderung in Unternehmen entwickelt hat. In dem Beitrag wurde erklärt, dass es sich bei Sports Up nicht nur um ein reines Fitnessstudio handelt, sondern um einen Gesundheitsdienstleister inklusive Reha-Einrichtung. Daraufhin habe ich das bei Gira ins Gespräch gebracht, weil ich gleich das Gefühl hatte, dass es genau zu unserem Gesamtpaket Gesundheitsmanagement passt. Das waren die Anfänge.

Wann und wie ging es mit dem Programm los?

RS: Wir haben uns im Jahr 2008 sehr intensiv mit dem betrieblichen Gesundheitswesen auseinandergesetzt und verschiedene Betriebsvereinbarungen und Maßnahmen in Gang gesetzt. Eine dieser Maßnahmen sollte einen positiven Anreiz für Mitarbeiter bieten, etwas für die Gesundheit zu tun. Wir haben nach einem sehr überzeugenden Angebot Ausschau gehalten. Es gibt unglaublich viele Anbieter. Uns war die Ganzheitlichkeit und die Qualität der Einrichtung sehr wichtig. Mit Sports Up und INJOY haben wir dann zwei besonders hochwertige Fitnesscenter hier in der Gegend ausgewählt. Die haben nicht nur bestens ausgerüstete Fitnessstudios mit einem breiten Angebot, sondern auch einen kompletten Reha-Bereich dabei.

LF: Die personelle Ausstattung ist auf höchstem Niveau. Das sind fast alles ausgebildete Diplom-Sportlehrer oder auch Orthopäden. Sie haben auch medizinisches Personal dabei und auch Ökotrophologen für die Ernährungsberatung. Was ein ganz wichtiges Thema ist: Die Experten von Sports Up kommen auch regelmäßig zu uns ins Haus und machen Termine mit den Mitarbeitern. Da werden zum Beispiel Rückenscreenings oder Herzstressmessungen durchgeführt und Beratungsgespräche angeboten. Oder es gibt an den Arbeitsplätzen Entspannungsübungen und die Trainer zeigen, wie man die Muskulatur auflockert. So etwas bekommt man nicht in einem normalen Fitnesscenter.

Wie sieht es mit der Teilnahme der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dem Programm aus? Wie viele nutzen es?

RS: Solche Maßnahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements haben üblicherweise eine Teilnahmequote von 5 bis 10 Prozent. Sports Up sagte uns zu Beginn: Wir prognostizieren ihnen eine Teilnahme von etwa 30 Prozent der Mitarbeiter. Das war eine sehr sportliche Ansage. Da haben wir uns gesagt: Wenn wir das schaffen, ist das ein riesiger Erfolg. Und nun zeigt sich, wir haben in der Vergangenheit immer über 30 Prozent, im vergangenen Jahr sogar 34 Prozent. Das sind tolle Zahlen

LF: Auch bei den Terminen, die Sports Up bei uns im Haus während der Arbeitszeit anbietet, ist die Nachfrage sehr groß. Die Termine waren anfangs sofort vergeben. Und die sind nach wie vor schnell ausgebucht. Am Anfang ist die Teilnahme natürlich besonders groß, da sind viele sehr neugierig. Dann muss man kontinuierlich daran arbeiten, damit das Interesse bestehen bleibt. Sports Up bietet beispielsweise immer wieder neue Tools und den Einsatz neuer Messinstrumente an. Und wir überlegen auch ständig, wie wir die Mitarbeiter noch besser ansprechen und was wir ihnen noch ermöglichen können. Im Jahr 2011 haben wir beispielsweise auch noch eine psychologische Hotline eingerichtet. Denn wir haben eine steigende Zahl an Erkrankungen im psychischen Bereich. Das ist leider ein allgemeiner Trend, den es somit auch bei uns gibt.

Bei diesem Angebot läuft es so, dass alle Mitarbeiter von Gira Mitglied in den Sportstudios sind. Damit zahlt Gira aber auch die Mitgliedschaft für diejenigen, die gar nicht hingehen. Stört Sie das nicht?

RS: Nein, denn wir haben uns für dieses Prinzip bewusst entschieden. Damit haben immer alle Mitarbeiter die Möglichkeit, zum Training zu gehen. Wenn jemand beispielsweise mal zeitweise aussetzt, kann er jederzeit wieder einsteigen, ohne sich erst wieder um eine Mitgliedschaft bemühen zu müssen. Im Gegenzug zahlt Gira für jeden Mitarbeiter ungefähr ein Drittel des üblichen Monatsbeitrags. Da etwa 30 Prozent der Mitarbeiter das Angebot nutzen, passt das gut zusammen.


Ricarda Soyck-Lockner und Lutz Faßbender sind stolz darauf, dass mehr als 30 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei Gira das Angebot von Sport Up nutzen und im Fitnessstudio trainieren. „Das ist eine tolle Quote! Und wir arbeiten daran, diese noch zu steigern“, sagt Ricarda Soyck-Lockner.


Welche Rückmeldungen der Mitarbeiter gibt es zu der Initiative?

LF: Wir bekommen permanent Rückmeldungen und die sind sehr positiv. RS: Anfangs gab es auch Einwände. Es gab Mitarbeiter, die sich daran gestört haben, dass das Fitnessstudio nicht in Radevormwald ist. Das hat sich aber gelegt. Ansonsten hat es sehr positive Reaktionen gegeben und die kann man auch messen, weil wir ja einmal im Jahr an dem Unternehmenswettbewerb Great Places to Work teilnehmen und dabei sehr hohe Bewertungen für unser Angebot zur Gesundheitsförderung erhalten.

Woher kommt dieser starke positive Effekt? Ist es mehr als nur die Tatsache, dass man sich um die Fitness oder um den schmerzenden Rücken der Mitarbeiter kümmert?

RS: Das Programm fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch insgesamt das Betriebsklima. Denn die Mitarbeiter trainieren ja auch gemeinsam, besuchen zu mehreren die Kurse und spielen zusammen Badminton. Das hat auch einen sehr starken positiven Effekt

LF: Ich denke, was Gira auszeichnet, das merkt man auch bei den Great-Places-to- Work-Befragungen: Wir haben eine sehr hohe Identifikation mit dem Unternehmen. Trotz der Größe, die wir mittlerweile erreicht haben, sind wir immer noch ein Familienbetrieb und wir haben ein stark ausgeprägtes Wirgefühl hier. Das ist etwas Besonderes. Da werden solche Dinge wie so ein Sports-Up-Programm auch entsprechend wertschätzend angenommen.

Es ist schon bemerkenswert für ein Unternehmen zu sagen: Wir wollen die Fitness und Gesundheit unserer Mitarbeiter aktiv fördern. Und dann konsequent ein sehr umfassendes Angebot aufzubauen.

RS: Erst mal war das nur eine Idee. Nach den ersten Überlegungen ist es dann ein ganz großes Projekt geworden, das wir gestartet haben. Natürlich hat es darüber auch Diskussionen gegeben. Wir mussten die Geschäftsleitung davon überzeugen. Die hat dann aber sehr schnell die Sinnhaftigkeit erkannt und sich dafür entschieden. Es gibt ja auch noch einen weiteren wichtigen Aspekt. Wir stehen in einem Wettbewerb um Arbeitskräfte, und der wird immer härter. Auch deshalb wollen wir attraktive Angebote für unsere Mitarbeiter machen

LF: Es ist in deutschen Unternehmen immer noch ein ungewohntes Bild, wenn ein Mitarbeiter am Arbeitsplatz anfängt, Dehn- und Lockerungsübungen zu machen. Da gucken die meisten erst mal irritiert. In asiatischen Ländern ist das hingegen ganz selbstverständlich. Dort macht man morgens vor dem Schichtbeginn gemeinsam Leibesertüchtigung. Wir haben hierzulande dazu noch ein anderes Verhältnis. Aber man sieht, dass sich auch hier etwas tut in der Richtung. Bei Gira erwächst aus dem Programm schon etwas. Da ist richtig Bewegung drin!

STECKBRIEF RICARDA SOYCK-LOCKNER


Geboren
1972

Bei Gira seit
1998

Studium
Diplom-Kauffrau mit den Schwerpunkten Personal, Marketing und Arbeitsrecht

Werdegang bei Gira
Bei Gira stieg sie als Personalsachbearbeiterin ein, wurde 2004 Personalreferentin und Leiterin der kaufmännischen Ausbildung. Seit 2012 ist Soyck-Lockner Leiterin des Personalmanagements.

STECKBRIEF LUTZ FASSBENDER


Geboren
1966

Bei Gira seit
1993

Ausbildung
zum Elektrotechnikermeister (HWK)

Werdegang bei Gira
Lutz Faßbender arbeitete bis 1999 als Berater im technischen Vertrieb und danach bis 2009 als Mitarbeiter Informationssysteme für Arbeitsplatzsysteme. 2001 erfolgte dann die Wahl in den Betriebsrat, seit 2009 ist Lutz Faßbender freigestellter Betriebsratsvorsitzender bei Gira.

Aktuelle Weiterbildungsmaßnahme
Seit 2011 absolviert Lutz Faßbender eine Weiterbildungmaßnahme zum systemischen Coach gemäß DBVCStandard. In der Freizeit beschäftigt er sich derzeit außerdem mit einem Akademiestudiengang im Fach Sozialwissenschaften an der Fernuni Hagen.

[Stand 2014]


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